Der Chemnitzer AC gewann vor heimischer Kulisse das Finale der Gewichtheber-BL 2012

Leimen, 23.04.2012 (News-Feed abonnieren)

Der Chemnitzer AC
gewann vor heimischer Kulisse das Finale der
Gewichtheber-Bundesliga vor dem SV Obrigheim und dem ASV Speyer.







Chemnitz  – Als die neuen Meister als nette Zugabe sogar ein Tänzchen zum Kulthit „Nossa, Nossa…“ auf der Bühne zeigten, hatte sich der proppenvolle Saal im Haus des Gastes längst in ein Tollhaus verwandelt. Lautstark und überschwänglich feierten die Fans ihre „Heber-Helden“, die zuvor ganz in typischer Siegermanier mit Sekt und speziellen gelben Meister-T-Shirts ihren Emotionen freien Lauf ließen. Als dann Präsident Peter Waldvogel als besonderen Preis noch eine Kurzreise nach Mallorca versprach, war die Stimmung nicht mehr zu toppen.

Die Chemnitzer hatten zuvor bei ihrem nunmehr fünften Titel-
gewinn für ein außergewöhnliches Resultat gesorgt. Sie gewannen mit schier unglaublichen 987,8 Punkten – so nah war seit dem Rekord von 1997 noch nie wieder ein Team an der magischen 1000-Marke dran. Auch damals war es ein Sextett des CAC, jedoch mit gleich mehreren Weltmeistern in den Reihen, das 1132,3 Zähler markierte. „Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen. Die Mannschaft hat einfach als Team überzeugt“, wertete Trainer Stefan Grützner später, als der größte Trubel vorbei war, sichtlich erleichtert. Denn auch einige Schrecksekunden gab es im lange Zeit spannenden Endkampf zu überstehen. Während der ersten Teildisziplin im Reißen hing die mögliche Goldmedaille plötzlich am seidenen Faden. Der Pole Damian Kuczynski schaffte zweimal seinen Anfangsversuch nicht, glücklicherweise bewältigte er die Last dann im entscheidenden dritten Auftritt. Sonst wäre alles schon vorbei gewesen.

Im einzelnen sorgte jeder der sieben eingesetzten Akteure (Wechsel zwischen Reißen und Stoßen ist laut Reglement möglich) für besondere Momente in diesem Finale.

Martin Herberg:  Der Student wuchs erneut über sich hinaus. Mit 170 Zählern steuerte er sogar die meisten Zähler im CAC-Team bei. Zudem gelang ihm ein persönlicher Rekord im Stoßen mit 176 kg. Danach riss er sich das Hebertrikot förmlich vom Leib und zeigte auf seinen Rücken. Da stand ein Dankeschön an den treuen Fanclub. „Der Pott ist zurück, das war einfach gigantisch“, sprudelte es aus dem 26-Jährigen heraus. Er hatte sich trotz Doppelbelastung stetig gesteigert und sogar deutschen EM-Startern Paroli geboten. „Das war die Saison meines Lebens. Ich lag im Durchschnitt bei 163 Punkten, das habe ich vorher nicht einmal geschafft“, ergänzte er.


Tom Schwarzbach:  Eine Woche nach seinem bisher größten sportlichen Erfolg, dem Goldgewinn bei der EM im Stoßen, wurde er von den Anhängern natürlich besonders
gefeiert. Er kam als Zweitbester im Team auf 169,8 Punkte. „Ich hatte große Lust vor diesem tollen Publikum zu heben, es war cool, wie mich alle begrüßten und gratulierten“, schwärmte der 25-Jährige. Ein klein wenig ärgerte er sich zudem, dass ihm der dritte Versuch im Reißen bei 152 kg misslungen war. Aber nach der EM und ein paar Tagen Entspannung zu Hause bei der Familie waren die Lasten eben gefühlt „ein bisschen schwerer“.


Matthias Steiner:  Als unmittelbar vor seinen Versuchen absolute Stille im Saal herrschte, ertönte plötzlich ein lautes „Papa“. Sein zweijähriger Sprössling Felix verfolgte erstmals einen Wettkampf seines berühmten Vaters, der sich von diesem „Zwischenruf“ noch zusätzlich motiviert fühlte. Seine Zweikampfleistung von 408 kg kurz nach der EM war mehr als beachtlich. „Ich hätte mir gern eine Woche mehr Erholung
gewünscht, denn ich muss noch
immer vorsichtig sein“, meinte der Olympiasieger von 2008, fügte aber gleichzeitig hinzu: „Da ich die gesamte Saison nicht dabei sein konnte, wollte ich der Mannschaft unbedingt helfen. Es hat zu Hause wieder richtig Spaß gemacht, ich konnte das alles schon genießen.“


Max Lang : Der mit 19 Lenzen jüngste im Team hatte gleich mehrfach Grund zum Jubeln: Er schaffte mit 168 Zählern die gleiche Punktzahl wie sein großes Vorbild Matthias Steiner, sechs gültige Versuche sowie zwei deutsche Juniorenrekorde (bis 69 kg) mit 168 kg im Stoßen und 298 kg im Zweikampf. „Es war alles einfach unbeschreiblich, von vorn bis hinten. Vorher hatte ich mich selbst sehr unter Druck gesetzt, jetzt ist eine Riesenlast von mir gefallen. Ich freue mich sehr über meine ersten Rekorde, aber noch viel mehr über den Sieg der Mannschaft, dass ich ein Teil davon bin. Das ist ein Riesengefühl“, strahlte Max Lang, der zu den hoffnungsvollsten Talenten in Deutschland gehört.


Damian Kuczynski:  Nachdem der Pole in der Vorsaison zwei Einsätze für den CAC absolvierte, war er dieses Mal nur im Finale dabei. „Ich weiß nicht, was bei den ersten zwei misslungenen Versuchen los war, denn im Training habe ich diese
140 Kilo locker geschafft“, rätselte der 26-Jährige noch lange nach dem Wettkampf. Im Stoßen konnte er dann mit drei Gültigen glänzen. Gern würde der Schützling von Trainer Jerzy Jasniak, einst in Diensten des Bundesligateams von Plauen, auch weiter für den CAC heben.


Kathleen Schöppe:  Die Vierte der EM konnte nicht nur als Meisterin ein super Saison-Happyend feiern. Im Stoßen stellte sie mit 139 kg
einen neuen deutschen Rekord auf. Ein Ziel, das ihr vergangene Woche in Antalya beim Kampf um die Olympiatickets noch misslungen war. „Ich bin froh, dass der Rekord doch noch gekommen ist. Vielleicht bleibt er auch eine Zeit bestehen“, hofft die 29-Jährige, die über die
gesamte Saison hinweg wieder eine sehr zuverlässige Stütze war. Deshalb zeigte sie sich auch ein wenig enttäuscht, dass sie in dieser starken Form nur im Stoßen zum Einsatz kam. „Eine ungewohnte Situation für mich, aber letztlich war es ein schöner Abschluss.“


Robby Behm:  Der Sohn des einstigen Weltklassehebers Andreas Behm erlebte seine Premierensaison beim CAC. Als fleißiger Punktelieferant musste er zuletzt wegen Knieproblemen passen. „Deshalb war ich sehr froh, dass ich überhaupt mitmachen durfte“, freute sich der
25-Jährige, der im Reißen drei starke Versuche zeigte. Bei seinem früheren Verein in Stralsund gehörte er zwar schon zweimal zur Meistermannschaft, startete aber nicht im Finale. „Auch solch eine super
Atmosphäre habe ich bisher nie
erlebt“, zeigte er sich beeindruckt.

Vielen Dank an Frau Martina Martin zur Bereitstellung des Textes und an  Frau Fotografin Kristin Schmidt für die Bilder

 

 

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