Deutsche Meisterschaften der Männer in Forst

Leimen, 11.10.2011 (News-Feed abonnieren)

Zuschauer Steiner sieht eine kämpfende Mannschaft

Der verletzte Olympiasieger Matthias Steiner saß wehmütig im Publikum, als sein Nachfolger als Deutscher Meister in Forst gesucht wurde. „Ich möchte zeigen, dass ich dazu gehöre. Schließlich geht es hier um den Weg nach London“, meinte der Chemnitzer, seit einer Woche von Gehstützen befreit. Er bekam starke Vorstellungen von vier Kandidaten im Schwer- und Superschwergewicht für die Weltmeisterschaften Anfang November in Paris zu sehen, wo die Olympia-Quotenplätze vergeben werden.

Das Kandidaten-Quartett im erstmals am Freitagabend eingebauten Veranstaltungsabschnitt der starken, schweren Männer taten sich jedoch schwer. Almir Velagic aus Speyer sicherte sich den nationalen Titel, den Steiner nach seinem Patellasehnenanriss am linken Knie nicht verteidigen konnte. Velagic, als Vizeeuropameister von 2009 ebenfalls ein internationaler Spitzenheber, gewann mit 400 kg (Reißen 182 + Stoßen 218). Doch diese Leistung entspricht weder den eigenen noch gehobenen internationalen Ansprüchen. Da wird er sich noch einiges für die Zeit bis zur WM aufgehoben haben.

Auch Nachwuchsmann Alexej Prochorow aus Baunatal, der wenige Wochen zuvor bei den U23-Europameisterschaften Bronze gewonnen hatte, empfahl sich mit Silber und 375 kg (175 + 200) für einen Platz im WM-Team. „Er ist mit seinen 22 Jahren noch jung, da könnte wieder ein guter Superschwerer heranwachsen“, hofft Frank Mantek.

Im Schwergewicht war erwartungsgemäß Velagic’ Speyerer Vereinskollegen Jürgen Spieß der dominierende Heber. Der Europameister von 2009, der in Forst seine Heberkarriere begonnen hatte, siegte mit 373 kg (173 + 200). Doch besonders im Stoßen, als ihm der erste Versuch missglückte und er auf den dritten Versuch verzichtete, zeigte er leichte Schwächen, zumal ihn offensichtlich leichte Probleme im linken Bein behinderten. „Da ist nichts, keine Verletzung“, beruhigte Mantek schon kurz darauf. Doch wie sehr die WM gerade nach der Verletzung Steiners im Vordergrund steht, wie vorsichtig auch die gezeigten Leistungen seiner WM-Kandidaten zu bewerten sind, zeigte seine nächste Aussage: „Wir dürfen kein Risiko eingehen, wir brauchen in Paris diese Heber gesund.“ Nachwuchsmann Robby Behm aus Chemnitz erreichte im Sog von Spieß Silber mit 365 kg (165 + 200) und bestätigte seine Klasse, zumal er im Stoßen sogar ebenbürtig mit Spieß war.

Jakob Neufeld ließ hingegen überhaupt keine Zweifel aufkommen. Er startete in seiner Gewichtsklasse, zeigte sich keck und motiviert, vor allem aber in bisher nicht gekannter Form. Mit sechs gültigen Versuchen wehrte er nicht nur souverän den schüchternen Angriff des Dresdeners Martin Herberg auf seinen Thron ab, sondern verbesserte in allen drei Disziplinen seine Bestleistung: 148 statt bisher 147 kg im Reißen, 182 statt bisher 178 kg im Stoßen und damit 330 statt bisher 323 kg im Zweikampf, das ist eine neue Qualität für ihn. Neufeld könnte in Paris ein wichtiger Punktesammler werden.

Auch der Chemnitzer Tom Schwarzbach verbesserte in der Kategorie bis 85 kg seine Bestleistung um ein Kilo auf 154 kg und gewann mit insgesamt 350 kg (154 + 196) ebenfalls alle drei Goldmedaillen. In der abschließenden Klasse bis 94 kg, die ohne WM-Kandidaten über die Bühne ging, siegte Robert Oswald im Duell mit seinem Vereinskameraden Rene Horn aus Frankfurt/Oder mit 346 kg (155 + 191).

Simon Brandhuber ärgerte sich nach seinem letzten Versuch noch auf der Bühne hörbar. Er hatte in der Klasse bis 69 kg mit nur einem gültigen Versuch im Stoßen nicht nur die Zweikampf-Goldmedaille im Zweikampf und Stoßen vergeben, sondern vor allem auch die kleine Chance auf das mögliche WM-Ticket. Nach der Verletzung von Matthias Steiner war der Rodinger an den Kandidatenkreis herangerückt, doch mit 286 kg (Reißen 133 + Stoßen 153) musste er sich mit zweimal Silber und Gold lediglich im Reißen begnügen. Der Berliner Robert Joachim hatte mit 287 kg (132 + 155) seinen Zweikampftitel erfolgreich verteidigt.

Philipp Scholte aus Eibau, im Vorjahr in Chemnitz in der Klasse bis 56 kg Meister, wurde eine Kategorie höher Zweiter mit 224 kg (92 + 132). Den Titel gewann in der Kategorie bis 62 kg der Chemnitzer Christoph Pichler mit 228 kg (103 + 125). Was hoffnungsfroh stimmt: Beide sind noch Junioren. In der leichtesten Klasse bis 56 kg siegte Marcel Hinkelmann aus Plauen mit 167 kg (77 + 90).

Cheftrainer Frank Mantek nominierte im Anschluss an die Deutschen Meisterschaften seine sechs Heber für die Weltmeisterschaften. Es setzten sich die schon zuvor ins Auge gefassten Kandidaten durch. „Gerade nach der Verletzung von Matthias brauchen wir jeden dieser Athleten, um unser Ziel, die drei Olympia-Startplätze für London, zu erreichen“, meinte Mantek und ergänzte: „Das wird schwer genug.“ – Das WM-Aufgebot im Einzelnen:

Klasse über 105 kg: Almir Velagic (Speyer), Alexej Prochorow (Baunatal)

Klasse bis 105 kg: Jürgen Spieß (Speyer), Robby Behm (Chemnitz)

Klasse bis 85 kg: Tom Schwarzbach (Chemnitz)

Klasse bis 77 kg: Jakob Neufeld (Dortmund-Mengede)

 

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