Deutsche Meisterschaften der Frauen und Juniorinnen in Chemnitz

Leimen, 15.12.2010 (News-Feed abonnieren)

Deutsche Meisterschaften der Frauen und Juniorinnen in Chemnitz

Der „Umsturzversuch“ Nina Bayers scheitert denkbar knapp

 Dieser spannende Zweikampf endete mit Tränen. Nina Bayer aus Weinheim schickte sich bei den Deutschen Meisterschaften im Gewichtheben der Frauen und Juniorinnen an, erstmals die seit acht Jahren die 69-kg-Klasse national dominierende Anett Goppold vom Sockel zu stoßen. Goppold hatte sich im Reißen mit 84 kg einen Drei-Kilo-Vorsprung für den Zweikampf erarbeitet, doch das ursprüngliche Meldegewicht wies noch immer die Herausforderin als Favoritin aus.

Goppold blieb ruhig, spielte ihre große Wettkampfroutine aus, zuletzt bei den Weltmeisterschaften in Antalya bereichert, und legte drei gültige Versuche im Stoßen hin, mit 104 kg am Ende. Da war Bayer erst einmal auf der Bühne zum Stoßen erschienen und hatte 101 kg gehoben. Zum zweiten Versuch wollte die schwerere Badenerin mit 105 kg Gold im Stoßen holen, doch schon beim Anheben kam sie aus der Balance. Es blieb ein Versuch, den „Umsturz“ der deutschen „Königin“ in dieser Gewichtsklasse zu schaffen. Mit 108 kg wagte sie alles, griff Goppold im Stoßen und Zweikampf an. Beim Umsatz wackelte sie, doch sie brachte die Last auf Schulterhöhe. Zweimal pustete sie durch, dann kam der Ausstoß. Im ersten Moment schien sie die Last sicher zu haben, doch das Gewicht lag ein Stück zu weit vorn.

Bayer machte zwei schnelle Schritte, um unter die Last zu kommen, um sicher zu stehen. Das schien gelungen zu sein, 108 kg krachten direkt vor dem Kampfgericht auf der Plattform zu Boden, hoffnungsvoll hockte sie vor den drei Richtern. Und dann der entsetzte Blick nach hinten, mit 2:1 wurde dieser vermeintliche Siegesversuch ungültig gegeben. Nach dem spontanen ersten Freudenschrei verkrampfte sich das Gesicht sofort, Tränen drückten sich aus den Augenwinkeln. Anett Goppolds Erfahrung hatte einmal mehr den Ausschlag gegeben, mit 188 kg (Reißen 84 + Stoßen 104) gewann sie zweimal Gold – und außerdem den zweiten Platz in der Relativwertung aller Klassen.

Schöppe und Kranz siegen klar

Besonders gewartet hatten die etwa 500 Zuschauer im „Haus des Gastes“ vor allem auf „ihre“ Kathleen Schöppe in der Klasse über 75 kg. Die „stärkste Frau Deutschlands“ hebt – wie der „stärkste Mann der Welt“, Matthias Steiner, für den Chemnitzer AC in der Bundesliga. Und Kathleen Schöppe hatte sichtlich Spaß, auf eigener Bühne ihre Klasse zu präsentieren. Ohne den Anflug von Mühe oder gar Anstrengung hob die WM-Teilnehmerin von Antalya 216 kg im Zweikampf (95 + 121). Mit diesem für sie eher schwächeren Ergebnis, das rund zwei Monate nach der WM verständlich und erklärbar war, hielt sie die Konkurrenz, angeführt von Judy Witzel, noch immer deutlich auf Distanz, um exakt 49 kg.

Nicht ganz so deutlich mit 22 kg Vorsprung vor der Zweiten Mandy Wedow, aber immer noch sehr klar gewann Yvonne Kranz nach 200 kg (88 + 112) die Klasse bis 75 kg. Die Suhlerin schaffte nur den dritten und schwersten Stoßversuch nicht, zeigte sich aber souverän und verbessert.

Kusterer „platzt“ in Spezialdisziplin

Christin Ullrich legte in der Klasse bis 63 kg ein Solo hin. Sechs Goldmedaillen für die 20-Jährige, die noch Juniorin ist, waren eine Selbstverständlichkeit. Außergewöhnlich für die Ladenburgerin war der Vorsprung nach ihrer gehobenen Last von 185 kg (81 + 104). Bei den Juniorinnen wie Frauen trennten sie im Zweikampf nicht weniger als 46 kg von der Zweitplatzierten Feodora Wendt. Kein Wunder, dass Ulrich die Relativwertung aller Klassen gewann.

Das Loch der Nationalmannschaftsheberin Sabine Kusterer war das überraschendste Ereignis im ersten Veranstaltungsabschnitt mit den drei leichtesten Frauenklassen. Ausgerechnet in ihrer Spezialdisziplin Reißen, in der sie Vize-Europameisterin U 23 geworden war, patzte sie dreimal mit 83 kg. „Sie hatte zu sehr den möglichen Rekord im Kopf und hat sich nicht auf das Einstiegsgewicht konzentriert“, analysierte Bundestrainer Thomas Faselt. 86 kg, die sie im zweiten Versuch stemmen wollte, hätten eine Verbesserung der alten Bestmarke von Sarah Blasnik in der Kategorie bis 58 kg bedeutet. Doch erst im Stoßen war die Durlacherin auf die Sekunde hoch konzentriert, stieß drei blitzsaubere Lasten und wurde mit 99 kg wenigstens in der Teildisziplin Titelträgerin.

Frischer Wind in leichtester Klasse

Johanna Walzak profitierte im Zweikampf von der anfänglichen Schwäche der Badenerin. Die frühere Jugend-Europameisterin aus Eibau holte Gold im Zweikampf und Reißen mit 155 kg ( Reißen70 + Stoßen 85). Ivonne Rohde, Physiotherapeutin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft und Ehefrau des ehemaligen Weltklassehebers André Rohde, gewann Silber im Zweikampf. Eine so aktive Physiotherapeutin hat es im deutschen Gewichtheben auch noch nicht gegeben.

Keine Schwierigkeiten hatte Sandra Martin, in der leichtesten Klasse bis 48 kg mit 121 kg (52 + 69) ihre Titel zu verteidigen. Aus Durlach stellte sich ihr mit der 18-jährigen Ami Elisabeth Nsoukpoe eine neue Konkurrentin. Mit 90 kg im Zweikampf blieben der fröhlichen Frau mit den Rastalocken, die in Frankreich geboren wurde und deren Eltern aus Togo stammen, die Titel im Juniorinnenbereich – die beiden bildeten die gesamte Konkurrenz.

Mit drei Heberinnen war die Klasse bis 53 kg besetzt. Catharina Großmann aus Neuhardenberg als einzige Frau klar überlegen und siegte mit 144 kg (56 + 78) . Beste der beiden Juniorinnen war Simone Glenk.

Harald Strier

 

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